Werkstatt

WERKSTATT

Hier ist das Zentrum meiner Leidenschaft, hier werden meine Celli gebaut und hier findet meine akustische Arbeit statt.

Ich nehme es gleich vorweg: ich arbeite hier nicht alleine. Ich habe einen kleinen Kreis erfahrener Mitarbeiter und Kollegen, die mich beim Bau meiner Instrumente mit großer Hingabe unterstützen. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle von ganzem Herzen bedanken! Ohne sie könnte ich mich nicht so intensiv mit der Akustik beschäftigen.

Ich bin auch der festen Überzeugung, dass wir dadurch viele Schritte handwerklich einfach besser oder präziser machen können, als wenn jemand ein Instrument von A-Z im Alleingang baut – was früher selten und heute aus meiner Sicht nirgendwo mehr zu finden ist.

Ich verwende auch die eine oder andere Maschine die mir die Arbeit erleichtert oder mich einfach mit großer Präzision unterstützt. Offenheit und Ehrlichkeit sind für mich die Grundlagen des „aufrechten Gangs“.

Das Ziel meiner Arbeit ist glasklar definiert: Ich strebe nach dem guten und ausgewogenen Klang!

Jedes wesentliche Bauteil eines Cellos wird in meiner Werkstatt während der Bearbeitung permanent gemessen und auf seine akustischen Eigenschaften untersucht. Ich bediene mich verschiedener Meßmethoden, die mir dabei helfen, ein möglichst optimales Schwingungsverhalten für jedes Werkstück zu erzielen. Ein äußerst hilfreiches Meßinstrument ist die sog. Modalanalyse, entwickelt und perfektioniert in den 70er bis 90er Jahren von Carleen M. Hutchins, einer amerikanischen Wissenschaftlerin, die ihr ganzes berufliches Leben der Erforschung der Akustik von Streichinstrumenten gewidmet hat.

Jedes Stück Holz ist anders und aus diesem Grund hat jedes Stück Holz Anspruch auf individuelle Bearbeitung, um ein möglichst optimales Schwingungsverhalten zu erzielen. Dieser Ansatz trifft auf alle Bestandteile zu, die sich beim Spielen eines Instruments in Schwingung befinden: Boden und Decke, Zargenkranz und Hals aber auch das Griffbrett. Selbst der Stachel, der Steg und der Saitenhalter haben einen enormen Einfluss auf den Klang und die Ausgewogenheit eines Streichinstruments.

Die ganz große Kunst besteht aus meiner Sicht darin, all diese Teile in ein harmonisches Gesamtkonzept zu bringen. Das Arbeiten in kleinen Serien hilft uns dabei enorm, weil wir damit auf eine relativ große statistische Datenbank zugreifen können und weil wir bei der Auswahl der harmonischen Zusammengehörigkeit, jeweils mehrere Werkstücke zur Auswahl haben, die wir individuell zusammenstellen können. Ich behaupte ganz klar: Es gibt keine Patentrezepte für den Bau von Streichinstrumenten! Es gibt keine perfekte Vorgabe für die Ausarbeitung, es gibt keine perfekte Saite, es gibt keinen perfekten Stachel und es gibt kein perfektes Stegmodell! Jedes Instrument verlangt in seiner Individualität nach individueller Bearbeitung und –Abstimmung aller Komponenten und Anbauteile. Wir versuchen, dieser enormen Herausforderung gerecht zu werden, auch wenn wir es nie in allen Bereichen schaffen können. Zu komplex und zu vielfältig sind die Zusammenhänge.

Aber mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln und Möglichkeiten können wir uns diesen Anforderungen zu einem bemerkenswerten Teil stellen.